Counseling für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit „ADHS”-Diagnose oder Verdacht auf „ADHS“

Dass „ADHS“ („Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung“) bei mir in Anführungsstriche gesetzt wird, hat mehrere Gründe. Dazu zählt nicht, dass ich dessen Existenz anzweifle. Alles, was mit „ADHS“ umschrieben wird, ist sehr real – allerdings ist es m.E. weder eine Krankheit, noch eine Störung oder ein Syndrom, stattdessen eine Wahrnehmungsvarianz, eine Persönlichkeitsnote die, gemessen an 95% der Menschheit, etwas anders ist. Der Name „ADHS“ trifft auch nicht den Kern dessen, was damit gemeint ist. Die Aufmerksamkeit ist nicht per se defizitär, sondern nur anders verteilt – bei großem Interesse kommt man in den Hyperfokus, das ist ein Flow-Zustand, in dem man hochgradig konzentriert ist. Auch ist man nicht zwangsläufig nach außen sichtbar hyperaktiv, ist eine körperliche Hyperaktivität überhaupt vorhanden, nimmt diese mit zunehmenden Alter zumeist ab.

Die Eigenschaften von Menschen mit „ADHS“ sind vielfältig: Kreativität, Empathie, Neugierde, Phantasie, Gerechtigkeitssinn, Hyperfokus, Intuition, Aufgeschlossenheit, nichtlineares Denken, Sensibilität, Ehrlichkeit, Innovativität, Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit sind nur einige davon. Dies alles wird in der gesellschaftlichen Debatte über „ADHS“ oft nicht wahrgenommen. Stattdessen wird sich auf Eigenschaften wie Unkonzentriertheit, Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Unordentlichkeit, Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit, Prokrastination, geringe Frustrationstoleranz und Hyperaktivität fokussiert. Beides sind aber zwei Seiten einer Medaille – und so sollte damit auch umgegangen werden.

In meinem Coaching ist es wichtig, zunächst alle an der Erziehung des Kindes/Jugendlichen beteiligten Erwachsenen (im Folgenden kurz: Eltern) miteinzubeziehen. Nach einer Aufklärungssitzung zu den Hintergründen von „ADHS“ werden die Eltern die Ursachen für das Verhalten des Kindes besser verstehen und dann an konkreten Situationen Lösungswege für den Umgang mit ihm erarbeiten. Struktur, Kommunikation, Verständnis und Geduld sind hier die Zauberworte, mit denen sich die Eltern beschäftigen. Wichtig ist, dass Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken – es muss ihm vermittelt werden, dass es in Ordnung ist, so wie es ist, damit keine Selbstentwertung stattfinden kann – Menschen mit „ADHS“ neigen dazu, sich als weniger intelligent, kompetent und leistungsfähig einzuschätzen, als sie es tatsächlich sind. Herauszufinden, wie das Kind funktioniert, was seine konkreten Stärken und Interessen sind, wodurch es motiviert werden kann, ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem gesunden Leben. Das Coaching-Angebot wird an die Eltern gerichtet, weil sie den größten Einfluss auf ihr Kind nehmen können und den häufigsten Kontakt zu ihm haben – daher ergibt sich am direktesten die Möglichkeit, dem Kind Selbstvertrauen zu schenken und schon früh seine positiven Aspekte zu stärken, sodass das Kind weniger Gefahr läuft, im späteren Leben Komorbiditäten zu entwickeln, eine den Interessen und Fähigkeiten geeignete Berufswahl zu treffen und ein funktionierendes Arbeits- sowie Sozialleben herzustellen.

„ADHS“ – wenn richtig eingesetzt – ist eine Superkraft!